Sportfischer-Verein Oldenburg e.V.

Fischereischutz seit 1909


Oldenburg, 05. Mai 2024

Modernisierung der Aalaufstiegsanlage am E-Werk in Oldenburg

Die Aalaufstiegsanlage am Elektrizitätswerk (E-Werk) in Oldenburg ist ein bedeutendes Bauwerk für die ökologische Durchlässigkeit der Hunte. Diese spezielle Anlage ermöglicht es den jungen Aalen (sog. Glasaale), die Barrieren des Wasserkraftwerks zu überwinden. Die Glasaale stammen aus der Saragassosee im Atlantik und wandern von dort in unsere heimischen Flüsse und Bäche. Dort bleiben sie einige Jahre, bis sie sich zu sogenannten Blankaalen entwickeln. Anschließend wandern die Blankaale zurück zur Saragassosee, um dort abzulaichen und der Kreislauf beginnt von vorne.

Ursprünglich wurde die Anlage bereits beim Bau des Wasserkraftwerks und des Küstenkanals zwischen 1925 und 1927 errichtet. Schon damals war also den Beteiligten bewusst, wie wichtig der Erhalt des Aals in unseren Gewässern ist! Das Wasserkraftwerk selbst spielt eine wichtige Rolle in der Regulierung des Wasserstands der Hunte und unterstützt den reibungslosen Betrieb der angrenzenden Schleuse.

Modernisierung der Anlage

Nach fast 100 Jahren, ist es nicht zum ersten Mal eine Modernisierung der Anlage notwendig! Eine Aufgabe, die unser Verein gerne übernimmt! Verantwortlich für die Durchführung dieser Arbeiten unter erschwerten Bedingungen waren unser erster Vorsitzender Norbert Gerdes und Harald Schrör. Beide haben mit großem Engagement und Fachwissen dazu beigetragen, dass die Anlage den heutigen Anforderungen gerecht wird, denn wir achten auf nachhaltige und bewährte Methoden.

Ein zentrales Element der Modernisierung war die Auslegung der Anlage mit neuen Weideästen und der Austausch eines defekten Teils. Weideäste werden traditionell verwendet, um Aalen einen natürlichen und für sie attraktiven Aufstieg zu ermöglichen. 

Warum Weideäste?

 

Weideäste sind ein bewährtes Material im Fischereimanagement, besonders wenn es darum geht, Fischarten wie den Aal zu unterstützen, die längere Wanderungen unternehmen. Die Äste sind nicht nur umweltfreundlich und biologisch abbaubar, sondern sie bieten auch eine Textur, die den Aalen ähnelt und eine sichere Passage ermöglicht. Die raue Oberfläche der Weideäste verhindert das Abrutschen und bietet gleichzeitig Schutz vor Fressfeinden, was die Überlebensrate der Aale während ihrer Wanderung erhöht.

Die erfolgreiche Modernisierung der Aalaufstiegsanlage zeigt unser kontinuierliches Engagement für den Umweltschutz und die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen. Wir danken Norbert Gerdes und Harald Schrör für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre wertvolle Arbeit unter schwierigen Bedingungen.

Weitere Informationen über die Geschichte und Bedeutung des Elektrizitätswerks und der Aalaufstiegsanlage finden Sie auf den Seiten von Alt-Oldenburg und dem Bau_Werk e.V.​ (ALT-Oldenburg)​​ (Bauwerk Oldenburg)​.

Wir freuen uns über euer Interesse und Unterstützung für unsere Arbeit zum Schutz der Fischpopulationen und der natürlichen Gewässer.


Eure Gewässerwarte/ -in des SFVO