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Makrelentour2011 Möwe End

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind,
war schuld, dass wir zu Hause geblieben sind!
Aber wir kommen schon noch in dein Reich,
wart es nur ab, Blanker Hans, Nordseeteich!

Wetter ist relevant für alles, was mit Meer zu tun hat! Das Wetter „Sommer 2011“ verantwortete den Abbruch des ersten Termines unserer Makrelenkutterfahrt.
Nicht der ständige Regen, sondern der immer stärker werdende Wind war die Sorge.
Ein neuer Termin wurde uns vorgeschlagen. Nicht Freitag, Samstag der Dreizehnte August.
Schlechtes Wetter vor der Fahrt, schlechtes Wetter nach der Fahrt, Superwetter während der Fahrt, so passt die Beschreibung genau. Der Wind wehte mal gerade so stark, dass die 20 Grad Sonne nicht störend wurde.
Gerda-Bianca ist der Name des niedlichen Kutters von Kapitän Tom Caspers.
Sein 17 Meter langes und 6 Meter breites „Fischfangboot“ nahm uns im Hafen Westeraccumersiel auf.
11 Angler und 2 Anglerinnen verteilten sich ungleichmäßig an der Reling.
Bei erwähnt angenehmen Bedingungen hielt Käpten Caspers bei Möwenbegleitung Kurs auf die Inseldurchfahrt Langeoog / Baltrum.
Der erste Motorenstopp. Der erste Fang – die erste Makrele. Natürlich auf der mir gegenüberliegenden Seite! Aber ich schimpfe nicht, ich kenne das ja schon.
Hatte die gegenüberliegende Seite den ersten Fang, so hatte ich den ersten Hänger am Meeresgrund. Meine dünne „Sensi-Pilk“ bog sich als hätte ich einen meterlangen Thun erwischt. Gelöst vom Grund und heraufgeholt zeigte sich am Haken ein unbekanntes Meerestier, vielleicht eine Schnecke?, eine Qualle?, von etwa 3 Zentimeter. Jetzt höre ich entfernt einen Kommentar: „Wir stehen über einem Wrack. Noch haben sich keine Makrelenschwärme gebildet.“
Freund Stefan neben mir hängt mit seiner Montage ebenfalls fest. Was kann man tun?
Abschneiden oder kräftig ziehen, nichts anderes ist möglich. Stefan zog – die Schnur ohne Montage herauf. Ganz großes Pech stellte sich erst später heraus, beim Pilken mit der neu angebundenen Montage. Das kräftige Ziehen hatte die Rolle zerlegt. Irreparabel.
Eine Angel des Kapitäns rettete Stefans Angeltag.
Mehrere Stopps brachten mehrere Misserfolge. Nur vereinzelt wagten sich zerstreute, unaufmerksame  Fische an die Paternoster. 
Mein schweres Los ist es (ja, ja, bemitleidet mich ruhig), auch beim Angeln stets an Bilder für die Homepage zu denken. Aber ich mache es ja auch gern! Jedenfalls, um überhaupt ein Makrelenbild machen zu können bei den spärlichen Fängen, glaubte ich irgendwann, jedem Ruf: „Makrele, Hartmut komm schnell ein Foto machen“, folgen zu müssen. Nächster Ruf: Seehund!“ Und wieder sauste ich auf schnellen Gummistiefeln zu einem möglichen Bild.
Mittlerweile kamen die Systeme nicht mehr so oft ohne Fisch nach oben. Einzelgänger unter den Makrelen trafen sich zu Familien, die dann schon respektable Pulks bildeten.
Wollo zog einen Dorsch, der Kabeljau heißt, sobald er in der Nordsee schwimmt, an Bord. Einen kurzen Anflug von Neid wischte in Sekundenbruchteilen ein DorschKabeljau an meiner Angel weg. An einer so dünnen Pilkrute ist das fantastisch. Der Fisch hatte gefühlte Schiffslänge. Endlich sichtbar, schweige ich über die wirkliche Größe. Schade trotzdem, dass er 20 Zentimeter über den Wellen ausschlitzte.
Die Stopps für die Angelphasen waren kurz, schon wieder schipperte Gerda-Bianca fünf Wellen weiter und stoppte wieder. Alle Pilkruten hoben und senkten sich in den Händen der Angelnden, deren Gesichter keine ihrer Gedanken verbargen. Das Minenspiel änderte sich mit der Dauer der Pilkphase. Gewissheit wechselte zu Hoffnung, Hoffnung zu Erkenntnis, Erkenntnis zu Enttäuschung, bei einigen blitzte das „Hurra“ auf – hei, was das Fotografieren doch Spaß macht!
Der Käpten bringt den Dieselmotor der Gerda-Bianka in die höheren Bereiche.
„Der fährt doch nicht schon wieder los,“ denke ich noch laut, habe aber sekundengleich die Gewissheit!
Mein von mir selbst erteilter Fotoauftrag musste schnellstens unterbrochen werden, wenn meine Angelrute nicht in Neptuns Reich unwiederbringlich verschwinden sollte.
Sie war immer noch ausgeworfen, zwar mit Klettband an der Reling festgemacht, aber unbeaufsichtigt den Beißlaunen der Makrelen ausgesetzt.
Mann oh Mann, war da ein Zug drauf. Oder bin ich in die Rute eines Kameraden verheddert.
„Ich muss bei irgend jemanden in der Montage hängen!“ Verwunderte Gesichter.
„Bei wem hängt meine Angel in der Montage?“ Verwunderte Gesichter.
„Wir haben alle unsere Angeln schon wieder eingeholt!“ Verwundertes Gesicht, diesmal meines. Das kann nur bedeuten: Schur im Propeller oder Fang.
Fang!
Dünn wie eine Matchrute war meine leichte Pilkangel! Wie sollte die denn Schleppfischen mit Kutter und vollem Makrelenpaternoster überstehen?
Schon weit hinterm Kutter rotierte der Dreierfang an der 30er Schnur. Donnerwetter, was die modernen Angelschnüre aushalten – und die Ruten erst! Die bog sich fast bis zu einem Vollkreis.
Um wie viel weniger Spaß hätte das Pilken mit einem Besenstiel gemacht! Alles in Butter auf dem Kutter! Drei weitere Makrelen landen im Korb.
Am Ende wurde der Fang gezählt. 13 Makrelen hat jeder im Durchschnitt mitnehmen können. Stöckerfische (Bastardmakrelen), von denen im letzten Jahr sehr viele gefangen wurden, hatte an diesem Angeltag niemand dabei. Allerdings hatten 2 Dorsche (von Kabeljau kenne ich den Plural nicht) das Pech, nicht dicht über dem Wasser entkommen zu können.

Hartmut Päsler

Wer die Makrelen nicht roh essen möchte, kann dieses Rezept von René Zimmermann ausprobieren.

ZUTATEN:
2 Makrelen(4 Filets)
5EL Zitronensaft
50g Gewürzgurken
30g Lauchzwiebeln
30g geschälten Apfel
1EL Senf
1EL Oregano
1 Chilischote
Öl
Paprikapulver (edelsüß)
Salz


ZUBEREITUNG:
Filets mit Zitronensaft einreiben.
Lauchzwiebel, Oregano, Chilli, Apfel und Gewürzgurken kleinschneiden und miteinander vermischen.
Nun die Filets salzen und mit Senf sowie Paprikapulver einreiben.
Zwei Filets mit dem Gemüse bestreichen, leicht andrücken und die übrigen zwei Filets darauflegen.
Ein Bräter mit Öl benetzen und ca. acht Minuten bei 175 Grad Umluft braten. Dann vier bis sechs Minuten bei Oberhitze goldbraun backen.

 

 

 

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