Der 404. Oldenburger Kramermarkt ist es bereits, den wir in diesem Jahr begehen. Vor über 400 Jahren saß grübelnd der Graf des Landes über seiner leeren Schatulle und sann darauf, wie man sie wieder auffüllen könnte. Einer seiner Berater hatte einen Einfall. Die wenigen Handelsplätze vor den Bauernkaten nutzten zwar den Bauern, kamen aber die Steuereintreiber um den Zehnten zu fordern, hörten die nur von schlechter Ernte, das Vieh ist davongelaufen, die Wurst hat der Hund stibitzt.
“Du, Anton,“ sagte Berater Fritz (ich glaube er hieß Fritz - die hießen doch damals alle Fritz), „sollen die doch alle Rüben, Schinken und Käse unter unserer Aufsicht, hier in der Stadt verkaufen. Dann entgeht uns nicht das kleinste Geschäft!“
“Jawollja, Fritz,“ begeisterte sich Graf Günther, „und wer eine Wurst verkauft muss mit dem Geld beim Bonbonkocher kaufen. Und der Bonbonkocher muss mit seinem Geld ins Wirtshaus und jeder zahlt darauf Steuer. Wenn zwei Händler Steuern zahlen ist das mehr wert als wenn nur einer Steuern zahlt. Wollen wir das Mehrwertsteuer nennen?“
„Jawollja!“
Also wurde es bekannt gemacht, dass an einem bestimmten Tage alle Waren und Dienstbarkeiten in der Stadt Oldenburg angeboten werden sollten!
Und dann kamen sie aus dem ganzen Land zusammen mit ihren Wagen. Bauern und Fischer, Weber und Zimmerleute, Hütchenspieler, Gaukler und Tanzmädchen. Kräuterfrauen liefen dem Medikus hinterdrein und mittendrin in dem bunten Treiben fuhren auf ihrem Wagen die Sportfischer von Oldenburg.
Vorne weg auf seinem edlen Pferd zeigte der Graf dem Zug der Kramer den Weg, ein berittenes Geleit an seiner Seite.
Das war der Beginn des ersten Kramermarktumzugs von Oldenburg.
Heute ist alles noch fast wie damals:
Graf Anton Günther mit seinen Leuten im Geleit führt den Zug der ...
... bunten Gaukler ...
... und der Tanzmädchen ..
... den lockenden Verführerinnen ...
... und Anglerinnen und Anglern ...
... die mit Blupp, einem wunderschönen Fisch, mitten im Umzug mitreisten, an.
Probates Mittel: Schon Fidel Castro ließ bei einer Militärparade seine Soldaten die Kanonen mit Fahrrädern ziehen.
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Und die Moral von der Geschicht:
Äähh - tja, die weiß ich nicht.
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