Die Helfer der Arbeitsgemeinschaft Sportfischerverein Oldenburg trotzten allen widrigen Wetterbedingungen und gingen, dick vermummt, mit Lasso und Anker ans Werk.
Es galt, Fahrräder, die von Menschen mit seltsamen Charakter in die Haaren geworfen wurden, wieder heraus zu holen.
Das von vielen Tagen Frost gestärkte Eis hatte letztendlich dem Arbeitsdrang der Angler nicht standhalten können.
Werkzeug muss nicht teuer sein. Für 60 Cent besorgte Bernd Gehrmann, der den Einsatz leitete, einen Pflasterstein. Der wurde an ein im Keller gefundenes Tau gebunden – fertig war ein effektiver Eisbrecher.
Bald waren die geschaffenen Eislücken auf eine beachtliche Größe angewachsen. Nun wurden an Seile gebundene Minianker durch die Haaren über den Grund gezogen.
Treffer! Ein Fahrrad! Und noch eines, und noch eines!
Eine Attraktion für die Stadtbummler in der Fußgängerzone Heiligengeiststraße, die immer wieder stehen blieben und staunten. Sie staunten über die Mengen der zurück ans Licht geholten Räder, Einkaufskörbe und Stühle.
Polizeibeamte zählten und prüften registrierte Fahrräder und alle anderen Funde.
Trotz nur kleiner enteister Kleckse im Gewässer wurden 27 Fahrräder und sogar ein Einkaufswagen eines ortsansässigen Baumarktes aus dem Wasser gezogen.
Entlang des Haarenufers suchten weitere Helfer Müll. 17 prall gefüllte Säcke landeten an der Sammelstelle.
Stühle, Taschen und jede Menge Kleinkram beendeten an diesem kalten Vormittag unter Mithilfe der oldenburger Sportfischer ihren dunkel-nassen Aufenthalt im Wasser.
Hartmut Päsler |